#2 Energiewende à la Jiu-Jitsu
- Bernd Lorscheider
- 20. Feb.
- 1 Min. Lesezeit
Politikgestaltung ist eine Kunst. Und ein Schlüssel zu dieser Kunst scheint darin zu liegen, die Selbstregulierung zu stärken, anstatt auf äußere Kräfte zu setzen. Namhafte Systemdenker haben dies oft betont. Buckminster Fuller beispielsweise formulierte es so: „Don't fight forces, use them.“ Peter Drucker sagte in Bezug auf das Management der Unternehmenskultur: „Don't change culture, use it!“. Frederic Vester, Pionier der Systemmethodik und Autor des vielbeachteten Berichts für den Club of Rome „Die Kunst des vernetzten Denkens“, bezeichnete dies als das Jiu-Jitsu-Prinzip der Systemgestaltung, wobei Jiu-Jitsu eine Kampfkunst ist, die darauf basiert, bestehende Kräfte zu nutzen und umzulenken, anstatt gegen sie anzukämpfen.
In einem kürzlich erschienenen Beitrag des Weltwirtschaftsforums (WEF) argumentiert die UNSW-Professorin Elizabeth Thurbon, dass der Grund dafür, dass Ostasien, insbesondere China, Korea und Japan, im Vergleich zu vielen westlichen Ländern relativ schnell und unkompliziert beim Übergang zu erneuerbaren Energien voranschreiten, in einem anderen politischen Ansatz liegt. Anstatt sich vor allem darauf zu konzentrieren, die Nutzung fossiler Energieträger beispielsweise durch Steuern und Gesetze einzuschränken, liegt der Fokus hier vielmehr darauf, die Nutzung erneuerbarer Energien als Chance zu nutzen, die die Lebensbedingungen der Bevölkerung und die Chancen für wirtschaftliche Entwicklung unmittelbar und spürbar verbessert. Weltweit gibt es viel voneinander zu lernen – in alle Richtungen.





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