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POSITIVE CORNER #31: Weltweit voneinander lernen

Autorenbild: Bernd Lorscheider
Bernd Lorscheider
vor 7 Tagen
2 Min. Lesezeit

In der Positive Corner #29 ging es um eine einfache Frage: Wie können Gesundheitssysteme weltweit voneinander lernen, statt Lösungen immer wieder allein zu entwickeln?

Dasselbe Muster trägt auch in anderen Bereichen, wenn jemand den Austausch organisiert und Erfahrungen für andere nutzbar macht.


Beispiel 1:

Das globale Netzwerk C40 verbindet 96 Städte, in denen rund 920 Millionen Menschen leben und auf die nach C40-Angaben etwa 23% der Weltwirtschaft entfallen.

Das Netzwerk hilft Städten, Klimaschutzmaßnahmen schneller umzusetzen und voneinander zu lernen. Sein möglicher Hebel ist groß: Was sich in einer Stadt im Netzwerk bewährt, kann für andere im Netzwerk als Ausgangspunkt dienen.

Mexiko-Stadt bietet dafür ein gutes Beispiel. Das dortige Pilotprojekt zur Elektrifizierung des Busverkehrs wurde von The Zero Emission Bus Rapid-deployment Accelerator (ZEBRA) Partnership begleitet, gemeinsam verantwortet durch das C40 Netzwerk und das International Council on Clean Transportation (ICCT). Das Netzwerk der Partner half unter anderem bei technischen Fragen, Finanzierung und Ausschreibung und dokumentierte die Erfahrungen für andere Städte. Nach der positiven Auswertung des Pilotprojekts rollte Mexico-Stadt die Flotte seiner Elektrobusse weiter aus (ref. https://www.c40.org/news/mexico-city-e-buses-zebra/). Inzwischen sind bereits ca. 20% der knapp 900 Busse in Mexico-Stadt elektrifiziert, mit steigender Tendenz. Schon jetzt werden jährlich rund 17.000 Tonnen Kohlendioxidemissionen (CO2) vermieden. Außerdem werden Fahrzeuge eingesetzt, die erheblich geringere Geräusche oder Vibrationen erzeugen (ref. https://politica.expansion.mx/cdmx/2026/08/27/metrobus-cdmx-electrico-2033).


Beispiel 2:

Die BTCA mit Sitz bei den Vereinten Nationen ist ein partnerschaftliches Netzwerk aus Regierungen, Unternehmen und internationalen Organisationen, die den Zugang zu verantwortungsvollen, digitalen Zahlungsmethoden erleichtert, um zur Erreichung der UN Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG - Sustainable Development Goals) beizutragen. Das kann vor allem dort vorteilhaft sein, wo finanzielle Inklusion, Transparenz oder Infrastrukturen anders schwer zu gewährleisten sind.

Wie gegenseitiges Lernen dabei aussieht, zeigt das Beispiel der Philippinen. Als das Land staatliche Zahlungen konsequent weiter digitalisieren wollte, ermöglichte das BTCA Netzwerk einen Lernbesuch in Kenia, wo in dieser Hinsicht bereits sehr fortgeschrittene Erfahrungen vorlagen. Fachleute beider Länder sprachen über praktische Hürden von der Abstimmung zwischen Behörden bis zur verlässlichen Auszahlung (ref. https://www.betterthancash.org/news/learning-from-peers-speeds-the-digitization-process). Ausgehend von dieser Initiative nahm der Anteil der staatlichen Zahlungen (G2X) von geschätzt ca. 50% (2013) auf gemessen 98,92% (2025) zu. Bemerkenswert: Die philippinische Zentralbank BSP betont, dass die Messmethode weiterhin auf dem ab 2013 mit Unterstützung der BTCA entwickelten Verfahren basiert (ref. https://www.bsp.gov.ph/PaymentAndSettlement/2018_The_State_of_Digital_Payments_in_the_Philippines.pdf; https://www.bsp.gov.ph/PaymentAndSettlement/2025_Report_on_E-payments_Measurement.pdf).


Die Beispiele zeigen ein wichtiges Element der ω-Dimension der Führung. Über die Grenzen der eigenen Bedürfnisse hinausdenken und Entwicklung so ausrichten, dass sie den Menschen dient. Auch muss nicht jede gute Idee von anderen und anderswo neu erfunden werden. Sehr oft kann sie offen geteilt, geprüft und an einen neuen Kontext angepasst werden. So wird aus einer lokalen Erfahrung ein Beitrag zum Fortschritt vieler.

 
 
 

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