#4 Sauberer Wohlstand
- Bernd Lorscheider
- 6. März
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 8. März

Lange galt es als gegeben, dass die wirtschaftliche Entwicklung und der Wohlstand einer Nation untrennbar verbunden war mit einer Steigerung klimaschädlicher Emissionen. Die simple Formel schien: Wachstum = Emissionen.
Mit Beginn der 1990er Jahre setzte aber in einer Reihe von Ländern eine nachhaltige Umkehrung dieser hergebrachten, wirtschaftlichen Logik ein. Eine Reihe hoch industrialisierter Länder, die gerade deswegen zu den Ländern mit den höchsten pro-Kopf-Emissionen gehörten, haben seither eine deutliche Entkoppelung des wirtschaftlichen Wachstums von den Treibhaus-Emissionen erzielt. Während das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesen Ländern weiter steigt, gehen die pro-Kopf-Emissionen in der gleichen Zeit deutlich zurück (https://ourworldindata.org/co2-gdp-decoupling, Our World in Data).
Eine aktuelle Studie der Energy & Climate Intelligence Unit (eciu) in Großbritannien kommt in einer Analyse der aktuellen Wirtschafts- und Emissionsdaten von 113 Ländern, die über 97 % des globalen BIP und 93 % der globalen Emissionen repräsentieren, zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Länder, die ihre Wirtschaftsleistung (BIP) von den Emissionen komplett entkoppelt haben um 1/3 - von 32 auf 43 - gestiegen ist in den 10 Jahren nach dem Pariser Abkommen von 2015 . Eine Reihe weiterer Länder mit erheblichen Anteilen am globalen BIP und Emissionen haben inzwischen wenigstens eine teilweise Entkopplung erreicht. Die Studie belegt damit eine global bedeutsame Trendwende, die vor allem in fortgeschrittenen Volkswirtschaften und bei großen Emittenten in Lateinamerika, Afrika und dem Nahen Osten sichtbar ist (https://eciu.net/analysis/reports/2025/10-years-post-paris-decoupling-globally).




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