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POSITIVE CORNER #15: Unsere Weltsicht - systematisch falsch und zu negativ

  • Autorenbild: Bernd Lorscheider
    Bernd Lorscheider
  • vor 19 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Wie können wir für die Lösung globaler Probleme die richtigen Entscheidungen treffen, wenn selbst hochgebildete Menschen in ihrer Situationseinschätzung oft sehr weit und systematisch negativ daneben liegen? Dies war einer der Grundgedanken des schwedischen Forschers Hans Rosling, der vor über 20 Jahren damit begonnen hatte, wissenschaftlich zu erforschen, wie weit unsere systematischen Fehlvorstellungen von der Lage der Welt gehen. In den von ihm angestoßenen, regelmäßigen Studien zeigt sich immer wieder, dass selbst Affen, die eine zufällige Auswahl aus bestimmten Einschätzungen der Weltlage treffen, näher an der Realität liegen als Tausende von Menschen in der gleichen Befragung. Die Einschätzungen der Menschen waren im Durchschnitt deutlich schlechter und tendierten in fast allen Bereichen in eine deutlich zu negative Richtung.


Für eine der neueren Befragungen aus dem Jahr 2020, durchgeführt mit über 1000 zufällig und repräsentativ ausgewählten Befragten in Skandinavien, kommt die durchführende GapMinder Stiftung zu diesem Ergebnis:


"Affen schneiden in Sachen Nachhaltigkeit besser ab als die Menschen in Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland! Wir haben einen brandneuen Test mit 18 Fragen zu den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) entwickelt, den wir an Personen in vier nordischen Ländern getestet haben.

Die meisten Menschen gaben 1 bis 4 richtige Antworten. Sie hätten besser abgeschnitten, wenn sie die Augen geschlossen und die Antworten zufällig ausgewählt hätten, da alle Fragen drei Antwortmöglichkeiten hatten, was bedeutet, dass der durchschnittliche Affe (oder Mensch mit geschlossenen Augen, der nicht weiß, welche Antworten er wählt) durch reines Glück jedes dritte Mal die richtige Antwort wählen würde, was ihm 6 richtige Antworten einbringen würde. [...]

Es war ein weiterer Beweis dafür, dass die Menschen trotz all dieser Daten und der freien Verfügbarkeit dieser Fakten im Internet systematischen Fehlvorstellungen über wichtige globale Fakten unterliegen!



Zu den schockierenden Irrtümern, die wir aufgedeckt haben, gehörten unter anderem:

  • Viele glauben fälschlicherweise, dass fossile Brennstoffe nicht mehr die wichtigsten Energiequellen sind.

  • In den Köpfen der Menschen gibt es zehnmal so viele Flüchtlinge wie in Wirklichkeit.

  • Die meisten Menschen haben den Eindruck, dass Selbstmorde weltweit immer häufiger vorkommen.

  • Viele glauben fälschlicherweise, dass mehr als ein Drittel des gesamten Plastikmülls in den Ozeanen landet.

Mit solchen falschen Vorstellungen im Kopf werden wir keine nachhaltige Zukunft gestalten können. Wissen muss von so vielen Menschen wie möglich geteilt werden, wenn wir den richtigen Weg zu einem nachhaltigen Planeten einschlagen wollen." (ref. https://www.gapminder.org/ignorance/studies/sdg2020/).


Was können wir daraus schließen:

  1. Die Welt ist wohl erheblich besser als wir denken.

  2. Für wirksame Entscheidungen zur weiteren Verbesserung der globalen Lebensbedingungen braucht es enorme, weitere Anstrengungen in der Aufklärung von Menschen über die globalen Realitäten.


Zwei herausragende Persönlichkeiten auf diesem Weg sind der 2017 verstorbene Gesundheits-Forscher Hans Rosling (https://en.wikipedia.org/wiki/Hans_Rosling) sowie der Kognitions-Psychologe Steven Pinker (https://en.wikipedia.org/wiki/Steven_Pinker) mit ihren vielzähligen Publikationen zu diesem Thema.

 
 
 

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