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POSITIVE CORNER #21: Kleines Land als großes Vorbild - Uruguay

  • Autorenbild: Bernd Lorscheider
    Bernd Lorscheider
  • vor 5 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit


Uruguay zeigt, dass eine kleine Nation große Wirkung entfalten und damit zum Vorbild für die Entwicklung anderer Länder werden kann: In rund zwei Jahrzehnten hat das Land seine Stromversorgung fast vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt. Das World Economic Forum (WEF) hebt in einem aktuellen Beitrag hervor, dass Uruguay sein Netz in 20 Jahren auf saubere Energie umgestellt hat (ref. https://www.weforum.org/videos/uruguay-switched-its-grid-to-clean-power-in-just-20-years-here-s-how/).


Im Jahr 2008 fiel das Land in eine manifeste Energiekrise, die erhebliche strukturelle Probleme sichtbar machte. Es häuften sich Stromausfälle, der Energiebedarf der Wirtschaft wuchs schneller als die Versorgung, das Netz war marode, eine Dürre brachte die Energieversorgung aus Wasserkraft quasi zum Erliegen und zugleich war das Land stark von importiertem Öl abhängig.


In den folgenden knapp zwei Jahrzehnten wurde Uruguay zum globaler Vorreiter mit nahezu vollständig erneuerbarer Stromerzeugung. Aktuell stammen fast 100% des Stroms aus erneuerbaren Quellen. Der eingeschlagene Weg führte bis heute zu Versorgungssicherheit, Investitionen, 50.000 neuen Arbeitsplätze und gesellschaftlicher Stabilität.


"Man wird unabhängig von all diesen Kriegen oder anderen geopolitischen Ereignissen. Fragen Sie mich, welche Auswirkungen dieser tragische Krieg in Europa auf den Elektrizitätssektor in Uruguay hatte - null."

Ramon Mendez Galain, ehemaliger nationaler Energie-Direktor Uruguay.


Die Grundlagen dafür lagen in einer Kombination aus politischer Kontinuität, staatlicher Steuerung und pragmatischer Markteinbindung. Wissenschaftliche Analysen zeigen, dass der öffentliche Sektor den Rahmen setzte, während private Akteure über Ausschreibungen und langfristige Planung eingebunden wurden (ref. https://www.scielo.br/j/asoc/a/gWFhM8MKKfStnC57zkLtSGd/?lang=en). Zugleich half ein breiter gesellschaftlicher Konsens, den Wandel über Wahlperioden hinweg tragfähig zu machen. Aus dieser Erfahrung lässt sich lernen: Transformation gelingt dann besonders gut, wenn sie nicht als Einzelmaßnahme, sondern als gemeinsames Zukunftsprojekt gestaltet wird. So wurde aus einer Energiefrage ein Zukunftsprojekt, das verbesserte Lebensbedingungen, Resilienz und wirtschaftliche Entwicklung miteinander verbindet.


Für die ω-Dimension der Führung ist das ein starkes Beispiel: Führung bedeutet hier, dass die Integration aller human bzw. gesellschaftlich positiven Kräfte eines Landes nicht nur zu mehr Effizienz, sondern vor allem zu einer nachhaltigen Verbesserung im Zusammenleben und -arbeiten der Menschen in diesem Land führt. Genau darin liegt die eigentliche Lernfrage für Organisationen, Projekte und Gesellschaften: Wie schaffen wir Bedingungen, die  auf Basis von menschlicher Teilhabe und Würde wirklichen, nachhaltigen Fortschritt erreicht?



PS:

Uruguay ist nicht zum ersten mal ein weltweiter Vorreiter. Mit der gerade abgeschlossenen Fußballweltmeisterschaft 2026 in Amerika sei daran erinnert, dass das Land 1930 zum ersten Fußballweltmeister der Geschichte wurde.😉


 
 
 

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