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POSITIVE CORNER #17: Menschen weltweit kooperativer als gedacht

  • Autorenbild: Bernd Lorscheider
    Bernd Lorscheider
  • 26. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Eine Reihe der vorhergehenden Posts in der POSITIVE CORNER ging bereits auf die weitreichenden Erfolge der Kooperationen zwischen Ländern bzw. international vernetzten Akteuren für das globale Gemeinwohl ein. Diese Erfolge kommen nicht von ungefähr. Die Fähigkeit und Bereitschaft zur Kooperation ist ein zutiefst menschliches und soziales Phänomen. Soweit es dafür einen wissenschaftlichen Beleg braucht, ist aktuell ein sehr fundierter im renommierten Wissenschafts-Magazin SCIENCE veröffentlicht worden (ref. https://www.science.org/doi/10.1126/science.aec9483).


Das Forscher-Team aus verschiedenen, namhaften Einrichtungen schließt damit eine große Lücke in der Kooperationsforschung durch eine international aufgesetzte Studie mit über 100'000 Teilnehmenden aus 125 Ländern weltweit, die 92% der erwachsenen Weltbevölkerung repräsentieren.

Das Setup der Studie wählte einen Ansatz aus der sog. Spieltheorie, einem wichtigen Forschungsbereich der Wirtschaftswissenschaften.

"Jeder Teilnehmer wird mit einer fremden Person aus seinem Land zusammengebracht und entscheidet, ob er kooperiert oder nicht: Nichtkooperation bringt eine Auszahlung von 100 US-Dollar, Kooperation 70 US-Dollar. Kooperieren beide, werden 400 US-Dollar für den Kampf gegen die globale Erwärmung gespendet."


Eines der Hauptergebnisse der Studie:

69% der Teilnehmenden weltweit entscheiden sich für Kooperation!

Wenn es um das Gemeinwohl geht, präferieren Menschen in aller Welt die Kooperation, auch wenn ihnen die Nicht-Kooperation persönlich und unmittelbar einen größeren Vorteil eingebracht hätte.


Das Ergebnis der Studie wird noch beeindruckender mit der Erkenntnis, dass Menschen in aller Welt die Kooperationsbereitschaft ihrer Mitmenschen tatsächlich deutlich niedriger einschätzen, als diese real ist.

Nur 47% der Menschen glauben, dass ihr Gegenüber kooperieren wird!

Das heißt, über 2/3 der Menschen entscheiden sich zu kooperieren, obwohl sie davon ausgehen, dass weniger als die Hälfte der anderen Menschen kooperieren wird.


Die Forscher schließen daraus, dass die Kooperationsbereitschaft anderer Menschen weltweit systematisch unterschätzt wird.

Wir sind kooperativer, als wir denken!


Bei den länderspezifischen Ergebnissen gibt es z.T. noch deutlich größere, pessimistische Fehleinschätzungen. In Deutschland entschieden sich 86% der Studienteilnehmer individuell für die Kooperation, während sie der Meinung waren, dass nur ca. 48% der anderen Menschen kooperieren würden - ein Unterschied von fast 40% (ref. https://www.handelsblatt.com/technik/forschung-innovation/globale-untersuchung-studie-menschen-sind-kooperativer-als-sie-denken/100230890.html).


Die aktuellen Forschungsergebnisse unterbauen die Annahme, dass die Bereitschaft zur Kooperation als humanes Bedürfnis bei weitem nicht die Ausnahme ist, sondern weltweit die Regel. Da, wo wir die Kooperationsbereitschaft anderer Menschen weltweit noch deutlich zu pessimistisch einschätzen, liegt ein enormes Potential, die bestehenden Erfolge globaler Kooperation zum Wohle der Weltgemeinschaft erheblich auszubauen!

 
 
 

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