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POSITIVE CORNER #28: Wege zum Glück

Autorenbild: Bernd Lorscheider
Bernd Lorscheider
vor 7 Stunden
2 Min. Lesezeit

Was macht eine Gesellschaft glücklich? Die aktuelle Studie Global Mapping of Happiness mit Daten von 97.220 Menschen aus 66 Ländern gibt darauf eine bemerkenswerte Antwort: Gesellschaftliches Wohlbefinden entsteht nicht primär dadurch, dass möglichst viele Menschen ihr individuelles Glück in den Fokus stellen. Besonders bedeutsam ist ein gesellschaftliches Umfeld, in dem das Handeln und die Freiheiten Einzelner auch das Wohlergehen anderer zu fördern vermögen.



Die Forschenden unterscheiden dabei zwei Wege zu gesellschaftlichem Glück. Der individualistische Weg beschreibt Bedingungen, unter denen für Menschen das individuelle Streben nach Gesundheit, materieller und psychologischer Sicherheit oder persönlicher Freiheit im Zentrum steht.

Die Studie zeigt, dass ein anderer, der sog. kommunitäre Weg, für das Glücksempfinden in einer Gesellschaft viel weiter führt: Hier schafft die Gesellschaft ein Umfeld, in dem gemeinschaftsorientierte Faktoren die zentrale Rolle spielen, vor allem

  • Offenheit und Freiheitlichkeit,

  • Aufklärung und Teilhabe,

  • Sicherheit und gute Lebensgrundlagen,

  • verlässliche Institutionen,

  • persönliche Nähe und soziale Zugehörigkeit.


In den Daten erwies sich dieser kommunitäre Weg als deutlich stärker mit gesellschaftlichem Glück verbunden als der individualistische.

These results demonstrate that the communitarian pathway to societal happiness significantly outperforms the individualistic pathway.

Darin liegt ein wichtiger Impuls für die ω-Dimension der Führung. Führung darf und muss Erfolg, Wirksamkeit und Leistung anstreben. Doch die Frage lautet: Inwieweit trägt unser Erfolg auch zum Wohlergehen aller anderen bei?


Die ω-Dimension verbindet Führung mit der bewussten Anerkennung universell menschlicher Werte und Haltungen. Sie fordert dazu auf, Menschlichkeit nicht als private Tugend oder bloßes Begleitprogramm von Leistung zu verstehen, sondern als deren Grundlage und als Verantwortung für die EINE Welt. In dieser Perspektive setzt bewusste Anerkennung der Menschlichkeit Verantwortungsbewusstsein frei.


Damit verändert sich auch der Blick auf Wohlbefinden und Glück: Sie sind nie nur individuelle oder lokale Angelegenheiten, sondern abhängig davon, inwiefern der Blick frei bleibt dafür, welche Auswirkungen die eigenen Entscheidungen auf Menschen haben, die nicht unmittelbar beteiligt sind. Auf diesem Weg wird gesellschaftliches Glück möglich. Für die Führung von Mensch und Organisation bedeutet dies, Lösungen zu finden und umzusetzen, mit denen auch alle anderen glücklich leben können.

 
 
 

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