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POSITIVE CORNER #24: Mitmenschlichkeit möglich gemacht

Autorenbild: Bernd Lorscheider
Bernd Lorscheider
14. Aug.
2 Min. Lesezeit

Die jüngsten Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) senden ein ermutigendes Signal: Zwischen 2013 und 2023 stieg die weltweite Zahl der Blutspenden um rund 20 Prozent. Mehr als 85 Prozent der rund 120 Millionen Spenden im Jahr 2023 kamen von freiwilligen, unbezahlten Spenderinnen und Spendern.

"These data show encouraging progress, particularly in the growing contribution of voluntary unpaid blood donors worldwide [...]"

betont Dr Tedros Adhanom Ghebreyesus, WHO Director-General.


Blutspenden ist eine besondere Form der Hilfeleistung. Menschen geben etwas von sich für andere, die sie nicht kennen und vermutlich nie kennenlernen werden – ohne persönliche Gegenleistung. Darin zeigt sich gelebte Solidarität: die Bereitschaft, Verantwortung für ein größeres Ganzes zu übernehmen.

Diese Entwicklung lässt sich als Hinweis auf wachsenden sozialen Gemeinschaftssinn lesen.


Noch verbleiben aber auch Ungleichheiten. Länder mit hohem Einkommen stellen nur 15 Prozent der Weltbevölkerung, sammeln aber 36 Prozent aller Blutspenden. In Ländern mit niedrigem Einkommen erschweren fehlende Finanzierung, Infrastruktur, Regulierung und Logistik den Zugang zu sicherem Blut. Hilfsbereitschaft allein schafft daher noch keine gute Versorgung. Sie braucht verlässliche Strukturen, die individuelles Engagement schützen, würdigen und wirksam werden lassen.


Institutionen und Organisationen weltweit können daraus etwas Wichtiges für ihre eigene Nachhaltigkeit lernen. Eine gelebte Kultur der Hilfsbereitschaft und Solidarität entsteht nicht durch Appelle. Sie wächst dort, wo Menschen den Raum bekommen und bestätigt werden in ihrem bereits vorhandenen kollegialen und mitmenschlichem Potential. Führung ist dazu da, nicht nur Leistung zu organisieren, sondern Bedingungen zu schaffen, unter denen Menschlichkeit Wirkung entfalten kann. Das ist eine zentrale Aufgabe in der ω-Dimension von Leadership. Sie richtet Führung nicht allein an den ökonomischen Interessen der eigenen Organisation oder an kurzfristigen Ergebnissen aus, sondern an der Wirkung für das größere Ganze. Sie fragt: Welchen Beitrag zum nachhaltigen Miteinander von Menschen leisten wir? Welche Verantwortung tragen wir über unsere unmittelbaren Grenzen hinaus?


Das Beispiel der weltweit wachsenden Bereitschaft zur freiwilligen Blutspende zeigt: Menschlichkeit ist keine knappe Ressource. Die Führungsaufgabe besteht darin, aus ihr nachhaltige Wirklichkeit zu machen.

 
 
 

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