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POSITIVE CORNER #18: Wie geht es 50'000 Jugendlichen nach 3 Wochen freiwilligem Handy-Verzicht?

  • Autorenbild: Bernd Lorscheider
    Bernd Lorscheider
  • 3. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Ein konzertiertes Groß-Experiment in Österreich, der Schweiz, Italien und Deutschland: Über die örtlichen Schulen wurden Jugendlichen in diesen Ländern die Möglichkeit geboten, aus freien Stücken 3 Wochen ganz oder teilweise auf ihr Handy zu verzichten und, falls gewünscht, an einer wissenschaftlichen Studie teilzunehmen, die die Auswirkungen auf die physische und mentale Gesundheit der Jugendlichen messen sollte. Die hohe Teilnahmebereitschaft der Jugendlichen ist genauso erstaunlich wie die wissenschaftlichen Ergebnisse der Studie:



  • Beteiligung: Circa 70'000 Schüler meldeten sich für den freiwilligen Verzicht an und ca. 50'000 waren bereit, an der wissenschaftlichen Studie teilzunehmen (Anm.: Die Studie verlief unter striktem Einbezug der Erziehungsberechtigten und hohen Auflagen an den Datenschutz).

  • Internet-Nutzungsverhalten: Zum Zeitpunkt der ersten Testung wiesen knapp 71 Prozent ein problematisches Internetnutzungsverhalten auf. Nach drei Wochen ist dieser Wert auf 58 Prozent gesunken.

  • Depressive Symptome: Bei zeigten 69 % der Jugendlichen Symptome einer Depression (58% leichte bis mittlere, 8 % mittelgradig schwere und 3 % schwere Symptome). Nach drei Wochen ist der Anteil jener, die keine Depressionen haben, um etwa 15 Prozent gestiegen.

  • Ein- und Durchschlafstörungen: Die Ein- und Durchschlafstörungen haben sich um mehr als 20 Prozent verringert.

  • Psychisches Wohlbefinden: Es stieg um ca. 18 Prozent an, am stärksten in der Gruppe, die komplett auf das Handy verzichtet hat.

  • Social Media Regulierung: Nach drei Wochen ohne Social Media sprachen sich rund 2/3 der Schülerinnen und Schüler für Einschränkungen bei der Social-Media-Nutzung für Kinder und Jugendliche aus.


Nach Aussagen der Forscher ist die Studie ist von höchster Relevanz für die psychische Gesundheit von Schülerinnen und Schülern.



Da, wo der vorhergehende POSITIVE CORNER Post #17 die weltweit unterschätzte Kooperations- und Verzichtsbereitschaft von Erwachsenen zum Thema hatte, unterstützt die hohe Teilnahmebereitschaft der Jugendlichen an dieser Studie die Annahme einer vergleichbaren, positiven Einstellung bei Heranwachsenden. Das konzertierte Vorgehen von Forschenden, Behörden, Schulen, Eltern und Jugendlichen brachte nicht nur wichtige Ergebnisse für die psychische Gesundheit der Jugendlichen sondern verbesserte bei diesen auch die Wertschätzung unmittelbarer, sozialer Kontakte und den angemessenen Umgang mit Social Media.



 
 
 

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